Die Abgeordneten des Europäischen Parlaments stimmten am 13. November 2025 für eine drastische Aufweichung der Nachhaltigkeitsberichtspflichten nach CSRD und CSDDD. Mit 382 zu 249 Stimmen wurde eine Anhebung der Schwellenwerte für die CSRD auf 1.750 MitarbeiterInnen und 450 Mio. Euro Umsatz beschlossen. Möglich wurde diese Mehrheit durch das Entgegenkommen der EVP gegenüber weiter rechts stehenden Parteien, die eine komplette Abschaffung der Berichtspflichten forderten.
Der Abstimmung Mitte November ging eine Schlappe des Kompromissvorschlags des Omnibus-Berichterstatters im EU-Parlament voraus. Die Abgeordneten weigerten sich, auf der Grundlage des Kompromisses in die Verhandlungen zu gehen.
Mit dem jetzt erzielten Kompromiss liegen drei Optionen für die Trilogverhandlungen vor, die am 18. November begonnen haben.
- EU-Kommission: > 1000 Beschäftigte, > 50 Mio. € Umsatz, > 25 Mio. € Bilanzsumme.
- Rat der EU (Mitgliedstaaten): > 1000 Beschäftigte, > 450 Mio. € Umsatz.
- EU-Parlament: > 1.750 Beschäftigte, > 450 Mio. € Umsatz.
Nochmal zur Erinnerung: Der ursprüngliche CSRD-Entwurf sah vor, dass Unternehmen CSRD berichtspflichtig geworden wären, die zwei von drei dieser Kriterien erfüllen: Mehr als 250 MitarbeiterInnen, mehr als 50 Mio. Umsatz, eine Bilanzsumme größer als 25 Millionen. In Summe wären gut 15.000 Unternehmen allein Deutschland betroffen worden wären. Egal, welcher Vorschlag am Ende das Rennen macht, ist davon auszugehen, dass sich diese Anzahl deutlich (vermutlich um rund 80 Prozent) reduzieren wird.
Neben der deutlichen Reduzierung der Schwellenwerte wurde auch ein Kernstück der CSRD bzw. der ESRS im aktuellen Vorschlag des Parlaments gestrichen: Die Erstellung eines Transitionsplans. Dieser würde Unternehmen verpflichten einen verbindlichen Weg und Plan für die Reduzierung von Treibhausgasemissionen aufzustellen.
Worauf es am Ende genau hinauslaufen wird, soll wohl noch in 2025 entschieden werden. So oder so wird es aber eine deutliche Abschwächung der ursprünglichen Ziele geben. Daran hängt dann leider auch, dass künftig nicht wie erhofft die notwendigen Daten zur Verfügung stehen, um die nachhaltige Transformation fair zu gestalten.