Fangen wir mit der Gründung 1966 an – stimmt es, dass die Kamillianer schon den Weg dorthin mit Interesse verfolgt haben?
Ja, sogar mehr als das. Die Idee einer Bank, die auf der Grundlage christlicher Werte agiert, fanden wir natürlich sehr sinnvoll. Kirche hat ja irgendwie immer auch mit Geld zu tun. Da muss ein vertrauenswürdiger, sachgemäßer Umgang gewährleistet sein und Anleger müssen vor schlechten Angeboten geschützt werden. Deshalb haben wir die Gründung aktiv unterstützt und uns dann direkt mit eigenen Mitteln als Kunde eingebracht.
Wie konnte die Bank die Arbeit Ihres Ordens fördern?
Die Betreuung unseres Finanzhaushalts lief von Anfang an hauptsächlich über die heutige BIB. Sie hat die Deutsche Ordensprovinz kontinuierlich begleitet und unterstützt. Dabei reichte das Aufgabenspektrum vom Zahlungsverkehr über das Anlage-, Wertpapier- und Kreditgeschäft bis zur Immobilienbewirtschaftung und größeren Bauvorhaben. Immer wieder sind wir mit verschiedensten Anliegen an die BIB herangetreten und sie hat sich stets aufgeschlossen gezeigt. Das galt auch für Vorhaben in anderen Ländern wie z. B. den Bau eines dringend benötigten Hospitals auf der philippinischen Insel Mindanao.
Was hat sich in Ihrer Wahrnehmung bei der BIB verändert?
Meiner Ansicht nach nichts Wesentliches. Sie hält weiterhin an ihrer Werteorientierung fest, bietet uns bis heute eine Rundumbetreuung und ist im Kundenkontakt zugewandt geblieben. Und sie ist die Entwicklung unseres Ordens verlässlich mitgegangen, auch als sich unsere Provinz deutlich verkleinerte. Für mich sind also keine großen „Sprünge“ festzustellen, was sicher auch an der Kontinuität bei unseren AnsprechpartnerInnen liegt.
Bis heute sind Sie nicht nur als Seelsorger im Kamillushaus tätig; bis Anfang dieses Jahres waren Sie auch noch Vorsitzender des Missionswerks der Kamillianer. Welche Bezüge gibt es da zur BIB?
Mit dem Missionswerk sind wir ja weltweit unterwegs und unterhalten vor allem in Afrika und Asien eine ganze Reihe von „Provinzen“ mit Noviziaten. Viele dieser Orte kenne ich von persönlichen Besuchen und konnte von meinem festen Standort in Essen aus konstant für Unterstützung sorgen. Hier hat uns die BIB begleitet und bei Bedarf tatkräftig geholfen. Der vorhin angesprochene Hospitalbau auf Mindanao war z. B. ein gemeinsames Projekt von Orden und Missionswerk. Und erst im Herbst 2025 hat die Bank Katastrophenhilfe auf den Philippinen geleistet, als die Überflutungen dort eines unserer Noviziate schwer in Mitleidenschaft gezogen haben.
Sprechen wir noch kurz über die Zukunft: Welche Rolle spielt die BIB da für Ihre Ordensprovinz?
Uns ist vor allen Dingen eine finanzielle Absicherung unserer Missionsaktivitäten wichtig. Wir wollen nicht, dass unser Apostolat – die Sorge um das Wohl kranker Menschen – zusammenbricht, wenn es in unserer Provinz keine Ordensleute mehr gibt. Vielmehr sollen die Unterstützungsleistungen in Deutschland und unseren Missionsstationen weltweit stabil bleiben. Dafür sind u.a. die beiden Treuhandstiftungen bei der BIB gedacht: die Pater- Heinrich-Dammig-Stiftung und die Kamillus-Stiftung. Außerdem haben wir eine Finanzkommission eingerichtet, in der auch die BIB sowie eine Fachkraft der PRO SECUR vertreten sind. Wir sind und bleiben also eng verbunden.