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Kern Leistungsverbund für Medizin, Pflege und Pädagogik - © KERN GmbH

„In der Region wachsen und Mehrwert für die Menschen schaffen“

Über Ursprung und Zukunft der Zusammenarbeit mit dem Leistungsverbund KERN

Einer unserer frühesten Kunden und Mitglieder in der Gesundheitswirtschaft ist das Sankt Marien-Hospital Buer in Gelsenkirchen, das wir bis heute begleiten. 2023 erfolgte der Zusammenschluss im KERN-Leistungsverbund für Medizin, Pflege und Pädagogik, den wir als BIB auch insgesamt betreuen. Im Gespräch mit Hauptgeschäftsführerin Susanne Minten werfen wir einen Blick auf die aktuelle Situation im Gesundheitswesen, Möglichkeiten und Grenzen der Weiterentwicklung und die Anforderungen an den Finanzpartner.

Erster Eindruck: ein echter USP
Die Anfänge der Partnerschaft zwischen dem Sankt Marien-Hospital Buer und der Darlehnskasse im Bistum Essen hat Susanne Minten noch nicht begleitet; sie ist aber seit den 1990er-Jahren mit unserer Bank vertraut. Ihr erster Eindruck, der sich in der Folge auch bestätigte: Die Darlehnskasse im Bistum Essen war eine der ersten Kirchenbanken, die verstanden hat, wie Partner im Umfeld Sozial- und Gesundheitswirtschaft arbeiten. Sie berücksichtigte deren spezielle Bedürfnisse und hatte einen Blick für die Themen „rechts und links“ vom eigentlichen Bankgeschäft. Daraus ist ein besonderes Vertrauensverhältnis entstanden, noch verstärkt durch die geteilte Werteorientierung.

„kompetent. professionell. einfach menschlich!“
So lautet das Leitmotiv von KERN – Katholische Einrichtungen Ruhrgebiet Nord GmbH, das auf christlichen Werten beruht. Wie dieser Anspruch gelebt wird, zeigt u.a. der Umgang mit den Mitarbeitenden. Der Verbund ist einer der größten Arbeitgeber im nördlichen Ruhrgebiet – aktuell sind hier rund 7.500 Menschen beschäftigt. „Wir tun alles dafür, sie für KERN zu begeistern und bei sämtlichen Veränderungen mitzunehmen, um gemeinsam voranzukommen.“ Eine wichtige Rolle spielt dabei die Integration. „Bei uns arbeiten Fachkräfte aus etwa 80 Nationen“, so Susanne Minten. „Viele von ihnen werben wir selbst an.“ Für den Verbund folgt daraus auch, die Eingliederung aktiv zu unterstützen – vom Spracherwerb über Wohnraumangebote bis zur sozialen Einbindung. Für dieses Engagement erhielt KERN 2025 den „Integrationspreis Arbeit und Wissenschaft“ des Integrationsrates der Stadt Gelsenkirchen.

Mit einem extremen Maß an Veränderung arbeiten
Das ist für die Gesundheitswirtschaft schon lange Standard – mit oft deutlich höheren Belastungen für freigemeinnützige Gesellschaften wie KERN gegenüber kommunalen Einrichtungen. Unter diesen Bedingungen bestehen die Hauptaufgaben darin, Strukturen zu optimieren, Leistungen passgenau auszurichten, sinnvolle Schwerpunkte und Spezialisierungen zu definieren und tragfähige Kooperationen zu entwickeln. Hier kann die BIB auf verschiedenen Ebenen unterstützen: z. B. bei Verwaltungsthemen wie etwa dem Cashpooling zwischen den angeschlossenen Häusern, bei der Umsetzung größerer Baumaßnahmen oder der Finanzierung neuer Projekte.

Dennoch: „große Lust auf Zukunft“
Trotz aller Schwierigkeiten will KERN sein Angebot weiter ausbauen und wachsen. In der Region und für die Region. Hier will man Bedarfe aufgreifen, zukunftsfähige Versorgungslösungen schaffen und so Mehrwert für die Menschen bereitstellen. Die ausgesprochene Lust auf Zukunft drückt sich u.a. in innovativen Ansätzen zur Lösung aktueller Problemlagen aus. Dazu gehört etwa die Mitwirkung am Pilotprojekt STATAMED1 im Gesundheitszentrum St. Vincenz in Essen-Stoppenberg, das Brücken zwischen stationärer und ambulanter Versorgung schlagen will. Ein weiteres Beispiel ist das Angebot kernflex. Dieser Pool aus bereits jetzt mehr als 130 Pflegekräften begegnet seit 2025 den personellen Herausforderungen in den Krankenhäusern mit Planungssicherheit und Engagement für die Wünsche der Pflegekräfte.

Individuell – verlässlich – engagiert
So beschreibt Susanne Minten ihre wichtigsten Anforderungen an ihren Finanzpartner. Es braucht individuelle Betreuung unter Berücksichtigung der Besonderheiten in der Gesundheitswirtschaft – durch einen verfügbaren Ansprechpartner, der sich proaktiv kümmert. Letzter und wichtigster Baustein: die Verlässlichkeit in der Zusammenarbeit. „Partnerschaftlichkeit beinhaltet in unserem Bereich eben auch, die leider regelmäßigen Durststrecken gemeinsam durchzustehen. Da wollen wir auch künftig auf die BIB bauen.“

KERN-Fakten

Gesellschafter: Propsteipfarrei St. Augustinus Gelsenkirchen, Stiftung St. Elisabeth Dorsten, Pfarrei St. Sixtus in Haltern am See, Pfarrei Heilige Edith Stein in Marl, Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel

Leistungsverbund mit fünf Bereichen:

  • Verwaltung: u. a. 26 zentrale Dienste und Stabsstellen, zentrale Apotheke
  • Medizin: 9 Krankenhäuser, 2 Gesundheitszentren, 1 Kinderhospiz
  • Pflege: 3 Senioreneinrichtungen mit rund 310 Pflegeplätzen
  • Pädagogik: 4 Kindergärten, 2 stationäre Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, 3 Krankenpflegeschulen
  • Ambulante Medizin: 25 KV-Sitze, 30 Standorte in 7 Städten

Rund 7.500 MitarbeiterInnen

40 Standorte in Essen, Gelsenkirchen, Bochum Wattenscheid, Gladbeck, Bottrop-Kirchhellen, Herten-Westerholt, Dorsten, Marl und Haltern am See

Susanne Minten - © KNSY

Susanne Minten im Profil
Beruflich ist sie seit mehr als 30 Jahren im Gesundheitswesen engagiert, will trotz anhaltend schwieriger Gemengelage weiterhin gestalten statt verwalten und ist nach wie vor für innovative Projekte und Versorgungsansätze zu begeistern – sofern sie auch wirtschaftlich tragfähig sind. Von 2010 bis 2017 war sie Verwaltungsdirektorin bei der Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe, wechselte 2017 in die Geschäftsführung der St. Augustinus Gelsenkirchen GmbH und war federführend an der 2023 realisierten Fusion mit der Katholisches Klinikum Ruhrgebiet Nord GmbH beteiligt. In dem neuen Leistungsverbund KERN ist sie seither als eine Hauptgeschäftsführerin tätig.