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André Haagmann, Vorstandsvorsitzender von Union Investment, © Union Investment

Wegweiser mit Wirkung

Die BIB als Pionier der ethischnachhaltigen Geldanlage

Aktuell werden in Deutschland rund 670 Mrd. Euro in nachhaltige Geldanlagen investiert.1  Dieses Geld fließt also in Finanzprodukte bzw. Unternehmen, die eine positive Wirkung auf Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung ausüben. Dass es heute entsprechende Produkte mit strikten (Ausschluss-)Kriterien gibt, ist auch ein Verdienst der BIB FAIR BANKING. Darüber sprach unsere Senior Nachhaltigkeitsreferentin Meike Lerner mit André Haagmann, Vorstandsvorsitzender von Union Investment. Das Unternehmen ist einer der größten Fondsanbieter Deutschlands und Partner der BIB FAIR BANKING.

Gemeinsam mit anderen katholischen Kirchenbanken haben wir das Thema ethisch-nachhaltige Geldanlage von Beginn unserer 60-jährigen Geschichte an vorangetrieben. So waren wir Mitinitiatoren des 1990 von der Union Investment aufgelegten Kirche und Caritas Fonds (KuC-Fonds) – einer der ersten ethisch-nachhaltigen Fonds in Deutschland überhaupt und Vorläufer der heutigen KCD-Fonds.2

„Die kirchlichen Banken waren Vorreiter des nachhaltigen Investierens, deren Grundsatz ‚Gemeinsam handeln – Gutes bewirken‘ letztlich die Basis für heutige Nachhaltigkeitsansätze lieferte“, so André Haagmann, Vorstandsvorsitzender von Union Investment. Und weiter: „Bei der Gründung der KCD-ESG-Fonds war der Ausschluss bestimmter Unternehmen bei der Vermögensanlage noch kaum verbreitet. Durch ihre Forderungen haben uns die Kirchenbanken frühzeitig in eine gute Wettbewerbssituation gebracht und sind bis heute Treiber von Nachhaltigkeitsinitiativen.“

Aus Überzeugung Gutes tun

Dass es gerade die Kirchenbanken waren, die das Thema nachhaltiges Investieren vorantrieben, ist kein Wunder: Die Bewahrung der Schöpfung und die Ablehnung z. B. von Glücksspiel, Pornografie oder Tabak sind sozusagen kirchliche Kernkompetenzen.

Zwar verwaltet die BIB heute längst nicht mehr nur kirchliches Vermögen, unseren ursprünglichen Werten bleiben wir aber treu. Dass wir mit unseren Ausschlusskriterien gelegentlich für Diskussionsstoff sorgen, ist uns bewusst – schließlich sind auch gesellschaftliche Werte und Mehrheiten volatil. Ein aktuelles Beispiel ist der Ausschluss von Rüstungsunternehmenin ethisch-nachhaltigen Fonds, an dem wir weiterhin festhalten. Wir sind überzeugt: Rüstung ist notwendig, aber nicht nachhaltig. Diese Haltung wird sich unseres Erachtens auf lange Sicht nicht nur gesellschaftlich, sondern auch ökonomisch rechnen.

André Haagmann bringt es auf den Punkt: „Der Ukrainekrieg hat am Kapitalmarkt Spuren hinterlassen – zugunsten des Verteidigungssektors. Bei Union Investment unterscheiden wir bei Rüstungsinvestitionen zwischen konventionellen Fonds und Fonds mit Nachhaltigkeitsstrategien. Bei konventionellen Fonds investieren wir auch in Rüstungsunternehmen, in Fonds mit Nachhaltigkeitsstrategie sind hingegen Firmen mit einem wesentlichen Umsatzanteil in Rüstungsgütern ausgeschlossen. Letztere sind insbesondere im europäischen Kontext hinter konventionellen Fonds zurückgeblieben. Das Untergewicht in diesem Sektor kann also kurzfristig zu einem Nachteil werden. Langfristig kann sich daraus aber wieder eine Überrendite ergeben, beispielsweise beim Beginn von Friedensverhandlungen.“

Ist Nachhaltigkeit noch gefragt?

Aktuell ist das Thema Nachhaltigkeit gesellschaftlich nicht wohl gelitten. Multiple Krisen rücken zunehmend in den Vordergrund, Nachhaltigkeit scheint vom Problemlöser zum Problem selbst zu werden. Von solchen Trends lassen wir uns nicht beirren. Wir sind weiterhin überzeugt, dass die nachhaltige Transformation unumgänglich für ein gutes Leben für alle ist – heute und in Zukunft. Darum setzen wir uns auch weiterhin dafür ein, dass Geld sinnvoll nach ethisch-nachhaltigen Gesichtspunkten investiert wird. Und tatsächlich schlägt die gesellschaftliche Stimmung nur bedingt auf den Anlagemarkt durch, wie André Haagmann abschließend konstatiert.

„Insgesamt steckt heute rund jeder vierte Euro, der von Union Investment verwaltet wird, in Nachhaltigkeitsfonds. Mit Stand September 2025 waren über 150 Mrd. Euro in Fonds nach dem Branchenstandard Art. 8 und 9 der EU-Offenlegungsverordnung investiert. Die Akzeptanz insbesondere der institutionellen Kapitalanleger ist nach wie vor sehr hoch. Nur wenige von ihnen verzichten heute noch auf ESG-Strategien. So gaben in einer von Union Investment jährlich durchgeführten Befragung 85 % der teilnehmenden Großanleger an, dass sie nach Nachhaltigkeitskriterien investieren.“

Meike Lerner, Senior Nachhaltigkeitsreferentin der BIB
Meike Lerner, Senior Nachhaltigkeitsreferentin der BIB

1 Stand 2024 – laut FNG-Marktbericht 2025
2 KCD = Kirche Caritas Diakonie. Im Jahr 1998 wurden die Fondsangebote der katholischen und evangelischen Kirchenbanken zusammengeführt; der KuC-Fonds ging im konfessionsübergreifenden KCD-Union-Mix auf, der 2001 um zwei weitere Fonds (Aktien, Renten) erweitert wurde. Heute besteht die Fondsfamilie aus dem KCDUnion ESG Aktien, dem KCD-Union ESG Mix und dem KCD-Union ESG Renten.
3 Wir schließen Unternehmen aus, die mehr als 5 % ihres Umsatzes mit Rüstung erzielen.

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