Zahlreiche europäische Staaten hatten sich mit ihren Rettungspaketen für die heimischen Banken und die Konjunktur verhoben und bedurften nun selbst der Rettung. Ab 2010/11 stellten die Euro-Länder für Griechenland, Irland, Portugal, Spanien und Zypern insgesamt rund 600 Mrd. Euro bereit. Um die andauernden Spekulationen gegen die gemeinsame Währung zu bekämpfen, kündigte der EZB-Präsident Mario Draghi im Juli 2012 an, „Whatever it takes“ zu unternehmen, um den Euro zu retten, und tatsächlich wurden die Märkte nachhaltig mit Zentralbankgeld geflutet. Hieraus resultierte eine Phase der Niedrig-, zeitweise sogar Negativzinsen, die die Erträge auch der deutschen Banken über ein Jahrzehnt hinweg in Mitleidenschaft zog.
Belastet wurde zugleich die Kostenposition der Banken, da die internationalen Aufsichtsbehörden ihre Anforderungen an das zu unterhaltende Eigenkapital und die Liquidität der Institute ab 2010 deutlich ausbauten. Wie schon in weiter zurückliegenden Perioden erwies sich eine Krise als Auslöser für restriktivere staatliche Auflagen. Doch trotz der Dramatik gelang es (ein weiteres Mal) nicht, das Normenpaket „Basel III“ zeitnah und vor allem global einheitlich zu verankern. Einem echten „Level Playing Field“ widersetzten sich gerade die USA als Ausgangsland der Krise, während die Vorschriften in Europa und dabei auch Deutschland selbst für kleinere Banken strikter wurden.
Zudem machten sich in dieser Phase neue Wettbewerber für etablierte Banken breit. Nachdem andere Branchen vor allem nach der Einführung des iPhones 2007 schon digitale Vertriebswege über das Internet aufgebaut hatten, zog das Finanzwesen nach. Sogenannte „FinTechs“ verzichteten vollständig auf Filialen und boten ihre Dienstleistungen ausschließlich online an. In den meisten Fällen beschränkten sie sich auf Teile des Sortiments von Universalbanken, vor allem das Kreditgeschäft, die Kapitalanlage oder den Zahlungsverkehr. Ihre Wettbewerbsvorteile suchten sie in der Schnelligkeit und Einfachheit der Leistungsabnahme, die auch zu niedrigeren Preisen beitrug, worauf die etablierten Institute wiederum mit Imitation oder Aufkauf reagierten. Während den meisten Häusern die Transformation zum „Omnikanal-Vertrieb“ gelang, scheiterte die Kreditwirtschaft mit ihrer Gemeinschaftsaktion, einen erfolgreichen Gegenspieler für PayPal aufzubauen, sodass Marktanteile im Zahlungsverkehr verloren gingen.
Stärker in den Fokus der gesamten Kreditwirtschaft rückte ein zuvor nur von wenigen Spezialbanken verfolgtes Thema: Nachhaltigkeit. Die dramatischen Folgen des Klimawandels machten vor allem eine Berücksichtigung der ökologischen Komponente innerhalb der ESG1-Kriterien auch für Kreditinstitute unverzichtbar. Erneut war hier deren Aufsicht der Treiber und schrieb den Banken vor, insbesondere in ihre Kreditvergabeentscheidungen mögliche Umweltbelastungen (und auch Verletzungen von Sozialstandards etc.) durch die KundInnen einfließen zu lassen. Es entwickelten sich „Sustainable-Finance-“ oder „Green-Finance“-Kredite bzw. -Anleihen, bei denen der Zinssatz an das Erreichen bestimmter Nachhaltigkeitsziele gekoppelt war.