Die globale Finanzkrise, ausgelöst durch den Zusammenbruch des US-Hypothekenmarkts 2007 und die Insolvenz der Investmentbank Lehman Brothers am 15. September 2008, markierte einen historischen Wendepunkt auch für die deutsche Bankenlandschaft. Erstmals seit den Verwerfungen 1931 bestand nicht mehr nur theoretisch, sondern ganz real die Gefahr eines Systemzusammenbruchs. Direkt als Akteure betroffen waren vor allem Kreditinstitute im öffentlichen (Mit-)Eigentum wie die IKB Industriekreditbank, die Landesbanken (von Sachsen über Bayern bis hin zur WestLB) sowie die Hypo Real Estate. Sie hatten als „Kreditersatzgeschäft“ in großem Umfang Papiere erworben, mit denen sich US-amerikanische SchuldnerInnen von Kreditbeständen getrennt hatten. Diese Verbriefungen verloren in dem Moment dramatisch an Wert, als der Häusermarkt in den USA kollabierte und die Zins- und Tilgungszahlungen der weitergereichten Kredite ausblieben. Während die „toxischen“ Assets auf Bad Banks ausgelagert wurden, mussten die betroffenen Banken mit staatlichen Unterstützungszahlungen bzw. Garantien gerettet werden. Dies galt in besonders spektakulärer Weise für die Commerzbank, die erst kurz vor der Finanzkrise die Dresdner Bank übernommen hatte. Der deutsche Staat wurde hier durch die Zuführung von Eigenkapital zum Miteigentümer (und ist es bis heute geblieben). Betroffen von Ausfällen waren auch Sparkassen und Genossenschaftsbanken, die in Fonds investiert hatten, denen entsprechende Papiere beigemischt waren. Speziell der Sparkassensektor musste erhebliche Mittel zur Unterstützung der Landesbanken, im Fall der WestLB sogar zur Abwicklung aufwenden.